Gesundheitslexikon
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Madenwürmer

Ein Mensch, der an Madenwürmern leidet, ist hauptsächlich durch den Juckreiz gequält, den die Würmer verursachen, wenn sie aus dem After herauskriechen. Das Kratzen kann zu erheblichen Hautveränderungen dieser Gegend führen. Außerdem wird durch den Juckreiz die Ruhe des Schlafes gestört, so dass auch Nervosität, schlechtes Aufpassen der Kinder in der Schule usw. zu den Folgen einer Erkrankung an Madenwürmern zu rechnen sind. Zur Beseitigung vorhandener Madenwür mer gibt es verschiedene Mittel, die die Würmer im Darm
abtöten. Sie müssen nach den Kurvorschriften angewandt werden, die die Hersteller ihren Kurpackungen beilegen. Mindestens ebenso wichtig wie die Abtötung der zur Zeit im Darm vorhandenen Oxyuren ist die Verhütung der ständigen Neuansteckung. Dazu muss man den Entwicklungsgang der Madenwürmer kennen: Es gibt männliche und weibliche Madenwürmer. Die Weibchen sind etwa 1,2 cm lang, die Männchen nur etwa 1/ s cm. Sie leben im Dünndarm des Menschen. Nach der Begattung sterben die Männchen bald ab und werden im Darm zersetzt. Die Weibchen wandern zunächst bis in die Blinddarmgegend und dann, wenn sie zur Eiablage reif geworden sind (ein befruchtetes Weibchen liefert bei der Eiablage etwa 12 000 Eier in Form eines kleinen Geleges von 1 mm Durchmesser), in die Gegend des Afterschließmuskels oder auch aus dem After heraus in dessen unmittelbare Umgebung. Hier erfolgt die Eiablage. Werden nun reife Wurmeier – etwa durch Haften an den Fingern, mit denen gegen den Juckreiz gekratzt wurde und die nachher, was im Schlaf ohne weiteres möglich ist, an den M und gebracht wurden – durch den M und aufgenommen, so entwickeln sich aus ihnen im Dünndarm wieder neue Madenwürmer. Aus diesem Entwicklungsgang der Madenwürmer ergeben sich die Hinweise zur Verhütung ständiger Wiederinfektion: Konsequent zwei Monate lang regelmäßig jeden Morgen und Abend den After waschen. Nach jedem Stuhlgang und vor jedem Essen die Hände waschen. Während der Nacht dicht anschließende kleine Unterhose tragen, die eine direkte Berührung der Aftergegend mit den Händen während des Schlafes unmöglich macht. Zusätzlich kann man mit einer dazu geeigneten Salbe die Aftergegend nach dem Waschen einstreichen (wodurch ebenfalls die Verbreitung der Wurmeier eingedämmt wird). Außerdem sind lauwarme Einläufe empfehlenswert, wodurch zumindest ein Teil der reifen und bis ins Darmende gewanderten weiblichen Würmer beseitigt wird. – Die erfolgreiche Bekämpfung des Leidens an Madenwürmern ist eine Frage konsequenter, peinlichster Körperpflege. Bleibt ein Mensch 93 Tage lang (diese Zahl ist nach dem Entwicklungsgang der Oxyuren errechnet) ohne Neuinfektion mit reifen Wurmeiern, so ist sein Leiden sicher ausgeheilt, denn die bei ihm vorhandenen Madenwürmer haben keine längere Lebensdauer.

 

 

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