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Befruchtung

Um ein neues Wesen ent- stehen zu lassen, fügt die Natur zwei Zellen, die eine vom Mann, die andere von der Frau, zu einer zusammen, zur Urzelle des Kindes. Damit es zu einer solchen Vereinigung zwischen einer männlichen und einer weiblichen Keimzelle ( und das ist der »eigentliche« Befruchtungsvorgang) kommen kann, müssen viele verschiedene Bedingungen erfüllt sein. Zunächst einmal müssen sich im Körper der Frau und im Körper des Mannes reife Keimzellen entwickelt haben. Im Körper der Frau geschieht das in den Eierstöcken. Näheres darüber ist unter Menstruation gesagt. Hier genügt es, zu erwähnen, dass – im Allgemeinen abwechselnd im rechten und im linken Eierstock
– alle vier Wochen (jeweils etwa in der Mitte zwischen zwei Menstruationen) eine Keimzelle, eine weibliche Eizelle, reif wird. Sie verlässt dann den Eierstock, wird von dem Eileiter der gleichen Seite aufgenommen und in diesem, innen von einer faltigen Schleimhaut ausgekleideten dünnen Rohr im Laufe von etwa 10 Tagen bis in die Gebärmutter transportiert. Ist inzwischen nicht schon eine Befruchtung, also die Vereinigung mit einer männlichen Keimzelle, eingetreten, so wird die Eizelle dann mit der etwa 2 bis 4 Tage später einsetzenden Menstruation aus der Gebärmutter entfernt. Der zeitliche Ablauf dieses Vorgangs spielt beim Thema Geburtenregelung eine wichtige Rolle und ist dort noch näher erläutert. Im Körper des Mannes entstehen die reifen Keimzellen in den männlichen Keimdrüsen, in den Hoden. Von hier werden sie in die feinen, vielfach gewundenen Kanälchen des Nebenhodens, der als schmaler Längswulst an der Hinterfläche des Hodens liegt, weitergegeben und gelangen durch dieses Kanälchensystem hindurch und durch den Samenleiter bis in die Samenblasen. Einzelheiten über diese Abschnitte der männlichen Samenwege sind unter Geschlecht beschrieben. Bei der Ejakulation (Samenentleerung) wird dieser in Nebenhoden und Samenbläschen angesammelte Vorrat an reifen Samenzellen, zusammen mit einer Flüssigkeit, die die Vorsteherdrüse zu gleicher Zeit abgibt, durch die Harnröhre hinausgeschleudert und gelangt so in das Scheidengewölbe und vor den Gebärmuttermund. Bei einer solchen Ejakulation werden mehrere Millionen reifer männlicher Samenzellen entleert. Jede dieser winzig kleinen Zellen sieht, mit starker Vergrößerung unter dem Mikroskop betrachtet, etwa wie eine winzige Kaulquappe aus: sie hat einen kleinen Zellkörper (Kopf des Samenfadens) und ein Schwänzchen, das in dem Medium der mitentleerten Flüssigkeit der Vorsteherdrüse lebhafte Schlängelbewegungen aus- führt und so der männlichen Samenzelle die Fähigkeit gibt, sich aktiv fortzubewegen. Ausgestattet mit dieser Fähigkeit setzen sich nun die Millionen von männlichen Samenzellen in Richtung auf den Gebär- mutterm und und durch diesen hindurch in das Innere der Gebärmutter in Bewegung, bis die erste von ihnen der reifen weiblichen Eizelle begegnet. Dieser Vor- gang ist durchaus einem Wettlauf zu ver- gleichen, zu dem Millionen von Läufern angetreten sind, bei dem aber nur einer das Ziel tatsächlich erreicht. Sobald der erste Samenfaden sich auf eine bestimmte Entfernung genähert hat, bildet die kugel- runde Eizelle sofort nach dieser Richtung eine Vorwölbung, den »Befruchtungshügel«. Dieses SichBegegnen zwischen weiblicher Eizelle und einer männlichen Samenzelle und die daraufhin erfolgende Vereinigung der beiden Keimzellen zur Urzelle des Kindes (also die eigentliche Befruchtung) findet im Allgemeinen zu einem Zeitpunkt statt, zu dem sich die Eizelle auf ihrem Weg durch den Eileiter befindet, also innerhalb des Eileiters. Die somit nun befruchtete Eizelle setzt ihren Weg zur Gebärmutter fort, um sich dann sog hier zur Weiterentwicklung einzubetten. Sie ist nicht in der Gefahr, wie eine unbefruchtete Eizelle in den nächsten Tagen durch die Menstruation weggeschwemmt zu werden, weil sich bestimmte hormonale Vorgänge im Organismus der Frau in dem Augenblick, in dem eine Befruchtung eingetreten ist so umstellen, dass die nächste Menstruation nicht mehr eintritt. Das Ausbleiben der Periode ist auch meist das erste äußere Zeichen dafür, dass eine Befruchtung stattgefunden hat.

 

 

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