Gesundheitslexikon
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Autoaggressionskrankheiten

Diese Krankheiten werden durch einen Angriff des Organismus gegen sich selbst verursacht (»auto« = selbst, »Aggression« - Angriff). Gewöhnlich kommt es nur nach dem Eindringen fremder Substanzen in den Organismus zu immunologischen Erscheinungen (siehe Immunität). Die Schutzfunktion der Immunität verkehrt sich bei der Autoimmunität in ihr Gegenteil, man spricht daher auch von Autoimmunkrankheiten. Man kann die Autoaggression mit einem Bürgerkrieg vergleichen: Durch eine Quetschung, Entzündung oder Infektion
der Leber z. B. treten einzelne Leberzellen in das Blut über. Da sich dort normalerweise keine Leberzellen befinden, hält sie das Blut für eingedrungene Feinde, bildet prompt Antikörper gegen sie, um die eingedrungenen Leberzellen anzugreifen und aufzulösen. Das antikörperhaltige Blut gelangt nun durch den Blutkreislauf auch in die Leber; dort stürzen sich nun die leberspezifischen Antikörper auf die Leberzellen der eigenen Leber und suchen sie zu vernichten. Man kann daher sagen, die Autoaggressionskrankheiten sind die Folge der Einwirkung von Autoantikörpern auf körpereigene Antigene; es kommt zur Schädigung oder Zerstörung einzelner Zelttypen, Gewebe oder Organe. Es handelt sich hierbei keineswegs um neuentdeckte Krankheiten, sondern um ein neues pathologisches Prinzip. Zu den Autoimmunkrankheiten zählen bestimmte Blut, Haut, Gefäß, Leber, Nieren, Hormon- und rheumatische Krankheiten. Von diesem Teilgebiet der Immunologie sind noch wichtige Erkenntnisse für die menschliche Pathologie zu erwarten.

 

 

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